Diaspora und die Nachteile herkömmlicher Social Networks
Facebook, Facebook, Facebook, überall hört man nur Facebook. Das mag auch nicht überraschen, denn der Sprung den Herr Zuckerberg im virtuellen Netz hingelegt hat, ist schon gewaltig! Seit der Gründung von Facebook im Jahr 2004 konnte das soziale Netzwerk bis heute knapp 700 Millionen User verzeichnen und das ist eine Zahl, die vor 7 Jahren wohl kaum einer für möglich gehalten hätte.
Doch wie entwickelt sich die Welt der sozialen Netze weiter? Wird die Branche weiter wachsen? Gibt es Alternativen zu Facebook? Zumindest die letzte Frage kann ganz klar beantwortet werden: Ja – es gibt Alternativen zu Facebook! Eines der, unserer Ansicht nach, interessantesten Alternativen ist das Peer-to-Peer-basierte Projekt Diaspora. Denn Diaspora geht einen der größten Kritikpunkte herkömmlicher sozialer Netzwerke an, die Datensicherheit und den Schutz der Privatsphäre!
Was ist Diaspora?
Diaspora ist ein sogenanntes dezentrales, freies soziales Netzwerk. Das bedeutet, dass deine Daten nicht auf einem zentralen Server eines Unternehmens wie zum Beispiel Facebook liegen, sondern entweder auf deinem eigenen Server oder an einem Ort deiner Wahl. Das Konzept von Diaspora hat einige Vorteile gegenüber der bisherigen zentralen Datenspeicherung. Du kannst selbst bestimmen wo deine Daten liegen und was mit diesen geschehen soll. Somit wird der Datensammelwut einiger gewinnorientierter Unternehmen, zumindest zum Teil, einen Riegel vorgeschoben und man hat mehr Kontrolle darüber was mit seinen persönlichen Daten geschieht.
Diaspora ist das Werk von vier New Yorker IT-Studenten!
Gegründet wurde Diaspora im Jahr 2010 von vier New Yorker IT-Studenten mit dem Ziel, ein Open Source Social Network zu entwickeln, bei dem der Datenschutz der vollen Nutzerkontrolle unterliegt. Die Idee hinter Diaspora ist, zumindest vom Ansatz her, einfach und zugleich genial! “Diaspora” ist griechisch und bedeutet “Verstreutheit”. Und das trifft auch schon den Nagel auf den Kopf.
Denn das soziale Netzwerk Diaspora ist in der Tat verstreut! Die Daten der Nutzer werden nicht zentral gespeichert und verwaltet, sondern jeder Nutzer kann seinen eigenen Diaspora Server (“Pod”) betreiben und darauf seinen Diaspora – “Seed” hosten, in dem die persönlichen Daten gespeichert werden. Dieser “Seed” kann also entweder über den eigenen Server laufen oder auch extern gehostet werden. Um letztendlich ein Netzwerk aufzubauen, können die einzelnen Seeds miteinander verbunden werden, um mit anderen Seeds zu kommunizieren und Daten auszutauschen.
Finanziert haben die vier Studenten das Diaspora Projekt übrigens über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Ursprünglich wollten die vier einen Betrag von 10.000 US-Dollar zusammen bekommen, doch als zu dem Zeitpunkt die Debatte um den Datenschutz bei Facebook & Co. ihren Höhepunkt erreicht hatte, wurden innerhalb kürzester Zeit sogar 23.000 US-Dollar erreicht. Die Bombe platzen ließ jedoch ein Artikel über Diaspora in der New York Times und so konnten am Ende über 200.000 US-Dollar für die Realisierung von Diaspora gesammelt werden. Jetzt bleibt abzuwarten was die vier Stundenten daraus machen können und ob sich Diaspora zum hochgelobten Facebook-Killer entwickeln wird.
Das Problem von Diaspora – die Komplexität und die Technik
Einer der Gründe für den Erfolg von Facebook liegt wohl auch in der Einfachheit. Anmelden, einloggen und loslegen – das war’s! Wie man bereits im obigen Abschnitt lesen konnte, ist dies bei Diaspora nicht der Fall. Das Konzept ist von der Idee her einfach aber die Umsetzung ist dann doch komplexer und gerade, der technisch nicht sehr versierte Nutzer, könnte davon abgeschreckt werden. Es bleibt abzuwarten ob Diaspora einen Weg findet, wie man das Netzwerk Mainstream-tauglich machen kann. Ein großer Schritt in die richtige Richtung ist, dass es nicht erforderlich ist, seinen eigenen Server (“Pod”) zu betreiben, sondern man kann sich auch bei einem der bestehenden “Pods” anmelden und seinen “Seed” dort hosten.
Die Vorteile von Diaspora auf einen Blick
Wie bereits erwähnt, liegt der Hauptvorteil von Diaspora in der vollen Kontrolle der eigenen Daten. Man kann seine Fotos, Geschichten und sonstige Daten verschiedenen Gruppen zuordnen und diese nur mit den Menschen teilen, für die diese gedacht sind. Dabei bleiben die Daten immer Eigentum des Urhebers und man hat die volle Kontrolle über die Verbreitung. Da Diaspora bereits von sich aus privat ist, kann auf diverse Einstellungsmöglichkeiten zur Profilsicherheit und Privatsphäre verzichtet werden.
Bei der Nutzung von Diaspora muss übrigens nicht auf die herkömmlichen sozialen Netzwerke verzichtet werden. Die Facebook- und Twitterintegration erlaubt es, Status-Updates und Diaspora-Invites an ausgewählte Freunde zu versenden. Die Funktionalität von Diaspora wird sicherlich noch Stück für Stück erweitert werden und wir können gespannt sein, in welche Richtung sich die Welt der sozialen Netzwerke in den nächsten Jahren entwickeln wird. Wer Lust hat Diaspora auszuprobieren, kann sich auf der Diaspora-Website registrieren.
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