Gesundheit
Giftpflanzen im Garten – Was tun bei Pflanzenvergiftung?
Gerade jetzt im Frühling, wenn die Pflanzen ihre ersten Blüten bekommen und alles blüht und gedeiht, passieren häufiger Pflanzenvergiftungen. Eibe, Tollkirsche und Co. sind dabei nur einige “Giftpflanzen”, die nicht nur Kindern gefährlich werden können.
Eibe – eine Hand voll Nadeln führt zum Tod!
Wer hätte es gedacht, aber die schöne Eibe ist eine absolute Giftpflanze. Bei Kindern reichen schon wenige Nadeln verschluckt aus, um diese zu töten. Auch Erwachsene können durch Nadeln, Holz oder Samen der Eibe vergiftet werden. Dabei sind die verlockenden roten Früchte der Eibe nicht giftig. Ganz anders sieht es da bei der Tollkirsche aus. Der Strauch kann bis zu zwei Meter hoch werden und sein Gift führt zu Narkose und Tod. Dabei sind besonders die Kirschen giftig, aber auch der restliche Teil der Pflanze sollte gemieden werden.
Die Früchte der Eibe
Pflanzenvergiftung: Die meisten Pflanzen im Garten sind giftig!
Als ich die Liste der Giftpflanzen bei Wikipedia aufgeschlagen habe, bin ich fast erschrocken, wie viele Pflanzen giftig bis hoch giftig sind. Tollkirsche oder Eibe, weiß ja fast jeder, aber auch Buchsbaum, Hyazinthe, Kartoffel, Kirschlorbeer und Co. sind hier aufgelistet. Wer Kleinkinder im Garten hat, wird sich da sicherlich zweimal überlegen, ob er einen giftigen Oleander oder Rhododendron pflanzt. Zwar sind viele der aufgezählten Giftpflanzen nur zum Teil giftig, aber dennoch bergen sie eine gewisse Gefahr.
Vergiftung bei Kindern: Kinder müssen über Giftpflanzen aufgeklärt werden!
Natürlich kann man versuchen alle Giftpflanzen aus dem Garten zu entfernen, aber sind wir mal ganz ehrlich: Wir leben nicht im luftleeren Raum, sondern auf der Erde. Es gibt eben essbare, wie auch ungenießbare und giftige Pflanzen. Der beste Schutz ist hier Wissen. Deshalb ist es vor allem bei Kindern wichtig, sie frühzeitig über Pflanzengifte und Pilze aufzuklären.
Medizinische Kohle hilft bei Pflanzenvergiftung
Bei Pflanzenvergiftungen ist schnelle erste Hilfe angesagt. Viel Wasser trinken, um das Gift zu verdünnen und anschließend Aktivkohle oder Kohletabletten verabreichen. Diese dann in regelmäßigen Abständen abermals einnehmen lassen. Aktivkohle hat die tolle Eigenschaft die giftigen Stoffe der Giftpflanzen an sich zu binden und diese dann relativ geschützt wieder auszuleiten.
Bei der Dosierung gilt: 1 Gramm medizinische Kohle pro Kilogramm Körpergewicht. Also bei Kleinkindern ca. 10-30 Gramm Kohle. Diese kann am besten in Pulverform gekauft werden und anschließend in Wasser, Tee oder Limo aufgelöst getrunken werden. Kohletabletten werden übrigens auch bei Durchfallerkrankungen gern verschrieben, da diese die Stoffwechselgifte der Bakterien gut aufnehmen.
Fazit: Ins Erste-Hilfe-Set für Kinder und Erwachsene gehören nicht nur Mullbinden, Pflaster, Kühlgel und Co., sondern auch Aktivkohle gegen Giftpflanzen und andere Vergiftungen!
Artikelbild: Erika Hartmann / pixelio.de
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Tom19. April 2012 at 14:58
Wow! Ich wusste garnicht, dass ein Garten so gefährlich sein kann! Ich habe nicht viel Ahnung von Pflanzen, daher interessante Info für mich.