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Glasfasernetze: Deutschland auf dem Weg in die Gigabit-Gesellschaft!?

14. Juli 2012 von Redaktion in Internet, Technik mit 0 Kommentaren

Geht es nach der Deutschen Telekom, befindet sich Deutschland zumindest auf dem besten Wege zu einer Gigabit-Gesellschaft. Internet per Glasfaser heißt das Zauberwort. Gemessen an den technischen Parametern, sehen konventionelle DSL-Zugänge dabei tatsächlich aus, wie ein Relikt aus ferner Zeit. Doch der Reihe nach. Was sind das für Netze und wo werden diese aufgebaut? Wie realistisch sind die Szenarien der Breitbandanbieter und gibt es Alternativen? Diesen und weiteren Fragen wollen wir im Folgenden nachgehen.

Gläserne Zukunft

Relativ unbeachtet von den Medien, baut die Deutsche Telekom seit 2011 am Datennetz der Zukunft. Bei genauer Betrachtung werden dabei Glasfaserleitungen direkt in die Kundenhaushalte gelegt. Gegenwärtig ist in der Branche dabei die Abkürzung FTTH, was so viel bedeutet wie “Glasfaser bis zur Wohnung”. Da für die Vernetzung durchgängig auf den Werkstoff Glasfaser gesetzt wird, entfallen die negativen Implikationen, die herkömmliche Kupferleitungen mit sich bringen. Für den Endverbraucher bedeutete dies bisher beispielsweise sinkende Datenraten mit steigender Entfernung zum Verteiler und niedrige Übertragungsraten allgemein. FTTH oder FTTB (Glasfaser bis zum Haus) soll in erster Instanz gut 200 MBit je Sekunde in die Haushalte bringen. Die Hochleistungsnetze sind technisch jedoch zu noch weit mehr fähig, wie mehrere Tests eindrucksvoll bewiesen. Selbst bei der Marke von 1.000 MBit ist technisch noch lange nicht Schluss. Gegen solche Zahlen wirkt selbst der schnellste DSL-Zugang (16 MBit) wie ein DFÜ-Modem in den 80′ern.

Glasfaser

Glasfaser ist die Zukunft

Glasfasernetz

Im engen regionalen Rahmen gibt es Internet per Glasfaser schon länger. Das bayrische Unternehmen “M-net” etwa, setzt seit Jahren auf die Technik. Der Weitblick wird nun belohnt. In München und Augsburg etwa, kann man weiterhin konkurrenzfähige Produkte zu den erstarkten Kabelprovidern anbieten. Diese haben ihre Netze in den vergangenen Jahren ebenfalls mit Glasfaser fit für die Ansprüche von morgen gemacht. Heute schon können Kunden in vielen Regionen Tarife mit 100 Mbit oder mehr bestellen. DSL kann da im Preis-/Leistungsverhältnis schon längst nicht mehr mithalten. Einen Umstand, den viele Unternehmen nun zu spüren bekommen.

Die Deutsche Telekom wappnet sich daher mit dem Ausbau des FTTH-Netzes. In über 10 Städten sind die Baumaßnahmen schon abgeschlossen. Beispielsweise in Hannover, Kiel oder Offenburg. Rund 10 weitere Städte könnten noch 2012 folgen. Als Kriterium für ein Pro- bzw. Kontra-Entschluss setzt der Konzern auf die Nachfrage in den jeweiligen Städten. Kommen genug Vorverträge zusammen, gilt der Pakt, und die Stadt wird mit den modernen Fiber-Netzen versorgt. Zumindest in weiten Teilen. Immobilienbesitzer können sogar kostenlos die Attraktivität für Vermieter steigern. Denn gewährt man bis zu einem bestimmten Termin rechtzeitig eine Einwilligung für den Zugang zum Grundstück (für die nötigen Baumaßnahmen), bleibt der Ausbau kostenlos. Wer Interesse an dem Thema hat, findet auf diesem Portal mehr über FTTH und den Ausbau der Glasfasernetze.

Perspektiven der Glasfasernetze

Gemessen an der noch recht bescheidenen Anzahl an Ausbaustädten wird ersichtlich – der Weg zur postulierten Gigabit-Gesellschaft ist noch weit. Dahinter steckt aber weniger ein logistisches Problem. Der Glasfaserausbau ist richtig kostenintensiv und verschlingt Milliarden. Dennoch wird die Deutsche Telekom weiter am Ausbau der Verfügbarkeit von FTTH und FTTB festhalten, denn nur so kann man mittel- bis langfristig den Kabelprovidern Paroli bieten.

Gigabit per Funk

Eine weitere technische Möglichkeit kommt übrigens noch aus einer Ecke, wo man sie wahrscheinlich am wenigsten vermutet – aus der Luft. Eine Erweiterung des aktuell in aller Munde stehenden Mobilfunkstandards “LTE” wird in Zukunft Funknetze auf vierstellige Megabitraten beschleunigen können. Die Rede ist von “LTE Advanced”. In Praxistests konnten schon Übertragungsraten von über 1.000 MBit/s erreicht werden. Ein idealer Technologiemix also, der die Vision von “unbegrenzter” Datenrate schon in wenigen Jahren Realität werden lassen könnte. Wäre da nicht der Verbraucher …

Verbraucher noch weitestgehend uninteressiert

Technik hin oder her. Bisher scheinen die Deutschen noch keinen großen Mehrwert in Bezug auf hohe Power-Datenraten erkennen zu lassen. Laut einer Studie des Bitkom-Verbandes im Februar 2012, geben 66,5 Prozent sich noch mit einem Internetzugang unter 10 MBit zufrieden. Wohlgemerkt bezieht sich die Zahl auf jene Haushalte, die dank Verfügbarkeit meist auch schnellere Zugänge buchen könnten. Im Prinzip verwundert das Ergebnis kaum, gibt es doch bis dato nur bescheidene Möglichkeiten, die volle Leistung auch mal richtig auszufahren. Etwa mit HD-Videos per Internet oder IPTV. Vergleichbar mit einem Porschefahrer, der nur auf holprigen Dorfstraßen seine Runden ziehen darf. Für den Durchbruch des Interesses beim Verbraucher müssen also neben den Netzen, auch die Anwendungen mit wachsen.

Bildquelle: A. Dreher / pixelio.de

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