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Die Tricks im Supermarkt – deshalb kaufen wir oft mehr ein

Egal ob man im Supermarkt oder im Discounter einkaufen geht, da will man nur eben mal schnell eine Kleinigkeit einkaufen und wenn man an der Kasse steht, ist dann doch wieder der ganze Einkaufswagen voll. Dieses Phänomen kennen viele. Doch woher kommt das? Wieso packen wir oft auch nicht benötigte Dinge in den Wagen? Der Grund: Der Kunde wird beim Einkaufen bewusst ausgetrickst und das mit voller Absicht!

Tricks im Supermarkt: öfter mal die Wege ändern

Wie Studien bewiesen haben, folgen Kunden beim Weg durch die verschiedenen Abteilungen meist einer festgelegten Route. Sie kennen in der Regel ihren Weg und kaufen ihre Produkte gezielt. Ziel ist es also, diese bekannten Routen zu unterbrechen und den Kunden quasi “in die Irre zu führen”. Dazu werden, in unregelmäßigen Abständen, die Anordnungen der Gänge und Reihen so geändert, dass der Kunde nicht mehr genau erkennen kann, wo die Ware steht. Oft werden die Produkte auch voneinander getrennt oder anders platziert, damit intensiver gesucht werden muss. Gerade bei den Dingen des täglichen Bedarfs, wie beispielsweise Eier, Brot und Milch wird auf eine bewusste räumliche Trennung gesetzt. Da der Kunde knapp 70 Prozent seiner Kaufentscheidungen direkt vor dem Regal trifft, wird er so auf seinem geänderten Weg, auch auf neue Angebote aufmerksam und greift in der Regel eher zu.

Tricks im Supermarkt

Vorsicht vor den Tricks im Supermarkt

Die Richtung ist entscheidend: immer links herum

So wie der Kunde einem festen Weg folgt, hat er beim Einkaufen auch unbewusst eine Lieblingsrichtung, nämlich rechts herum. Doch auch hier haben Studien gezeigt, dass Kunden ihre Richtung in der Regel mit Linkskurven ändern. Das nutzen die Supermarktbetreiber aus. Viele Supermärkte setzen bei ihrer Wegführung deshalb auf das Motto: “Immer links herum“. Denn bei einer Führung, bei der es links herum geht, kann der Kunde zum einen seine gewohnte Route nicht fortsetzen. Zum anderen nutzen die Supermarktgestalter aus, dass die meisten Menschen Rechtshänder sind. Sie haben bei einer Linksführung den Vorteil, dass ihre rechte Hand – die “Lieblingshand” – frei ist. Damit können die ahnungslosen Kunden die Produkte besser greifen und direkt in den Einkaufswagen legen.

Der Trick mit dem großen Einkaufswagen

Viele Supermärkte und Discounter setzen mittlerweile auf große Einkaufswagen, weil der Kunde auch mit dem Einkaufswagen selbst ausgetrickst werden soll. So sind die Einkaufswagen absichtlich überdimensioniert, viele von ihnen fallen dazu noch nach hinten ab. Mit diesem XXL-Wagen soll dem Kunden zum einen vermittelt werden, dass der Wagen doch gar nicht so voll ist. Zum anderen fallen die Produkte, die sich im hinteren Bereich des Wagens befinden, durch die leichte Neigung, eher aus dem Blickfeld des Kunden. Der Kunde registriert die schon eingekaufte Ware dann nicht oder nicht vollständig.

Licht und Gestaltung der Verkaufsfläche spielen eine große Rolle

Um Fleisch und Wurst, aber auch Käse sowie Obst und Gemüse noch frischer erscheinen zu lassen, wird im Supermarkt auf besonderes Licht zurückgegriffen. Beim Fleisch wird dieser Effekt durch rotes Licht erreicht, Obst und Gemüse wird ebenfalls mit warmen Lichttönen präsentiert. Bei Käse wird gelbes Licht eingesetzt. Auch die übrige Beleuchtung, sowie die Gestaltung der Verkaufsflächen sollen den Kunden positiv beeinflussen. So wird in der Weinabteilung ein anderes Ambiente erzeugt, als beispielsweise an der Fischtheke. Beide Bereiche sprechen den Kunden aber trotzdem auf ihre Art an und suggerieren ihm so fachliche Tiefe und Kompetenz. An der Kasse schließlich wird auf die Last-Minute-Karte gesetzt. Hier hängen, wie zufällig ausgewählt, Dinge des täglichen Gebrauchs. Doch auch dahinter steckt System. Denn Kugelschreiber und Feuerzeuge sind scheinbar günstige Mitnahmeartikel, die Kunden immer gebrauchen können. Für Kinder und andere Kurzentschlossene bietet auch die Auswahl an Süßigkeiten noch eine letzte Chance zum Zugreifen.

Tricks im Supermarkt: Wohlfühlfaktor beim Einkaufen

Für viele Kunden ist Einkaufen eher eine lästige Pflicht, doch die Planer haben auch hier geeignete Mittel gefunden, um das Verhalten beeinflussen zu können. So wird der Kunde schon beim Betreten von leiser Musik und einer angenehmen Temperatur empfangen. Damit soll von Anfang an das Wohlbefinden gesteigert und die Verweildauer erhöht werden. Um die Kunden- und Servicequalität zu erhöhen, werden sich die Supermärkte wohl auch in Zukunft noch einiges einfallen lassen.

Bildquelle: martinroell – flickr.com (CC BY-SA 2.0)

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