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10 Tipps zum Einstieg in die Stockfotografie

27. August 2012 von Redaktion in Kultur mit 1 Kommentar

Es gibt Menschen, die bekommen irgendwann in ihrem Leben eine Kamera in die Hand und kommen nicht mehr los davon. Sie fotografieren und fotografieren bis irgendwer im Freundes- oder Verwandtenkreis plötzlich sagt: “Mensch, du machst doch so tolle Fotos! Verdienst du eigentlich auch Geld damit?” – Gehören Sie zu eben diesen Fotoenthusiasten, die mit dem Gedanken spielen, Geld mit den eigenen Fotos zu verdienen? Denn ganz ehrlich: Wieso sollte man die Fotos, in die man jahrelang Zeit und Geld gesteckt hat nicht ihrerseits wieder vergolden?

Der weitaus unkomplizierteste Weg, mit den Fotos Geld zu verdienen, sind Stockagenturen, wie beispielsweise iStockphoto. Sie melden sich an, laden Ihre Fotos hoch und schon klingelt die Kasse…nein, das wäre doch zu einfach, denn Hunderttausende Fotografen vor Ihnen hatten schon den selben Gedanken. Daher sollten Sie sich, wenn Sie mit dem Gedanken spielen, Ihre Fotos im Stockmarkt anzubieten, vorab gründlich informieren, damit der Ausflug in die Stockfotografie keine frustrierende Erfahrung bleibt.

Fotografie

10 Tipps zum Einstieg in die Stockfotografie

10 Tipps zum Einstieg in die Stockfotografie

1. Vor dem Verkauf Ihrer Fotos steht die Vorbereitung, denn es reicht nicht, einfach ein paar nette Fotos in irgendeiner Stockagentur hochzuladen und sich zurückzulehnen. Stockfotografie ist echte Arbeit und zumindest am Anfang eine zeitaufwändige Angelegenheit.

2. Stellen Sie sich vorab ein paar kritische Fragen: Sind Ihre Fotos gut genug? Was hier wirklich sitzen muss sind Belichtung, Schärfe, Bildgröße und Komposition. Besondere exotische Bildbearbeitung hingegen ist nicht gefragt. Arbeiten Sie sich auf alle Fälle in die Grundlagen Ihres Bildbearbeitungsprogramms ein, denn auch wenn kreative Bildbearbeitung nicht unbedingt gefragt ist, kommen Sie dennoch nicht um etwaige Retuschen und Bildkorrekturen herum.

3. Welche Bildagentur soll es sein? Vergleichen Sie vor der Anmeldung die Bedingungen von Bildagenturen. Wie hoch sind die Honorare? Dürfen Sie sich in anderen Agenturen anmelden und die Fotos in mehreren Agenturen hochladen? Besonders Makrostockagenturen, die auf einmalige Bildverkäufe setzen, haben in ihren Verträgen oft entsprechende Klauseln. Eine weitere wichtige Frage, die sich allerdings erst nach und nach herauskristallisiert, ist das Handling: wie kompliziert ist es, die Bilder hochzuladen? Brauchen Sie viel Zeit? Dürfen Sie viele oder nur wenige Bilder auf einmal hochladen? Müssen Sie die Bilder selbst verschlagworten, wie es die Regel im Mikrostockbereich ist? Müssen Sie die Bilder verschlagworten, bevor oder nachdem sie angenommen wurden?

4. Recherchieren Sie: Welche Themen sind gefragt? Welche Bilder werden besonders oft gekauft, welche Schlagworte besonders oft gesucht? Welche Themenbereiche sind begehrt? All die Arbeit ist sinnlos, wenn Sie Bilder hochladen, die kein Mensch kaufen will.

5. Ist der Stockmarkt wirklich etwas für Sie? Sind Sie doch eher der kreative Typ, der sich nicht nur in der Fotografie austoben will, sondern seinen Bildern eine individuelle oder gar künstlerische Note verleihen will? Vielleicht ist der Stockmarkt in diesem Fall nichts für Sie, sondern eher Galerieportale wie MyGall oder Whitewall.

6. Denken Sie in Konzepten: Überlegen Sie sich immer, was Sie mit Ihren Fotos “sagen” wollen. Damit meinen wir nicht irgendwelche künstlerischen oder philosophischen tiefschürfenden Gedanken, sondern vielmehr sehr einfache, eingängige Inhalte, die sich dem Betrachter auf den ersten Blick erschließen: Obst und Gemüse zur Darstellung von Gesundheit und Fitness, zwei sich reichende Hände als Zeichen für Freundschaft, das Handy als Symbol für Kommunikation.

7. Generell gilt: Fotos mit Menschen lassen sich besser verkaufen als Fotos ohne Menschen. Doch Fotografieren Sie niemals ungefragt irgendwelche Leute auf der Straße, denn das kann Ärger geben. Sowieso verlangen die Agenturen heute in der Regel Model-Release-Verträge zur Absicherung, selbst, wenn nur Körperteile wie Hände zu sehen sind. Buchen Sie lieber Models, mit denen Sie in Ruhe Ihre Fotoshootings machen können. Es gibt einschlägige Modelkarteien im Internet, in denen Sie fündig werden. Oftmals wechselt nicht mal Geld den Besitzer, sondern es werden sogenannte TPF-Verträge (= Time for Prints, dt.: Zeit gegen Drucke) ausgehandelt.

8. Recherchieren Sie die Verschlagwortung ähnlicher Bilder – das Unternehmen “Stockfotografie” steht und fällt mit der Verschlagwortung, denn Sie wollen ja, dass Ihre Bilder gefunden werden. Die Verschlagwortung ist mitunter extrem lästig und zeitraubend, doch unerlässlich für den Erfolg. Es ist nicht selten so, dass schlechtere Bilder als das Ihre besser verkauft werden, einfach, weil diese besser gefunden werden.

9. Haben Sie Geduld und davon sehr viel! Es reicht nicht, zwei, drei Fotos hochzuladen und zuzusehen, wie die Kasse klingelt, denn das wird sie in diesem Falle nicht. Stockfotografie ist eine zeitaufwändige Sache, das erwähnten wir zu Anfang schon. Das betrifft auch den Zeitraum, bis das erste Geld fließt. Das kann Monate dauern, wenn nicht sogar über ein Jahr! Der Grund: Sie leben von der Menge der verkauften Fotos, egal, ob im Mikro- oder Makrostockbereich. Je mehr Sie auf Lager haben, desto größer die Verkaufschancen. Etablierte Stockfotografen bringen es auf ein Portfolio von Tausenden von Bildern. Ganz klar, dass die Einkünfte dann deutlich höher sind als wenn Sie nur ein paar Dutzend anbieten.

10. Last but not least: Bleiben Sie realistisch. Es tummeln sich so viele Fotografen, auch sehr gute Fotografen, im Stockbereich, dass die Chancen, ganz davon leben zu können, immer geringer werden. Hingegen eignet sich die Stockfotografie ideal zur Aufbesserung der Kaffeekasse oder als Nebeneinkommen.

Trotz allem: Verbiegen Sie sich nicht! Bleiben Sie Ihrer Fotografie treu – und wenn Sie Ihre Fotografie in Stockfotos und Freizeitfotos aufteilen. Denn sobald Sie sich so verbiegen, dass Sie Ihre Werke nicht mehr wiedererkennen, macht auch das schönste Hobby keinen Spaß mehr!

Sie wollen mehr über das spannende Thema “Stockfotografie” wissen, sie möchten wissen, ob Ihre Fotos für den Stockmarkt geeignet sind? Dann schauen Sie doch auf unserer Seite fotografie-webinar.de vorbei und informieren Sie sich über unser neustes 4-teiliges Webinar rund um das Thema Stockfotografie, das wir in Zusammenarbeit mit der Bildagentur Westend61 und dem Stockfotografen Robert Kneschke im September 2012 anbieten werden.

Autorinnen: Jana Mänz & Susan Brooks-Dammann
Bildquelle: m.a.r.c. – flickr.com (CC BY-SA 2.0)

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