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Darknet – die dunkle Seite des Internets

16. August 2012 von Kai Beier in Internet mit 0 Kommentaren

Die Verhaftung des Megaupload-Betreibers Kim Schmitz hat für hohe Wellen gesorgt und viele User wieder zu Bewusstsein gebracht, dass das Internet keine rechtsfreie Zone ist. Auch wenn ein neuseeländisches Gericht die Razzia in Schmitz Haus für rechtswidrig erklärt hat, sind weitere Folgen (vor allem für andere Portalbetreiber) noch nicht abzusehen. Gerade in diesem Zusammenhang ist der Begriff “Darknet“, welcher vielen Internetnutzern noch völlig unbekannt sein dürfte, zu nennen.

Darknet – eine Begriffsklärung

Das sogenannte “Darknet” ist, einfach gesagt, eine Seite des Internets, die sich im Gegensatz zu den “normalen” Webseiten nicht öffentlich präsentiert. Die Daten in einem Peer-to-Peer-Netzwerk wie dem Darknet werden unter Zuhilfenahme spezieller Verschlüsselungsmethoden übertragen; dies ermöglicht eine weit höhere Anonymisierung als im regulären World Wide Web. Die Anwendungsgebiete eines solchen Darknets sind vielfältig: Vom normalen Datenaustausch zwischen Privatnutzern über die Anwendung als Filesharing-Netzwerke bis zum Austausch von regierungskritischen Informationen, besonders in Ländern mit starken Zensurmechanismen, werden Darknets benutzt.

Darknet

Das Darknet kann als “Untergrund” des Internets bezeichnet werden

Erstmals wurde der Begriff Darknet im Artikel “The Darknet and the Future of Content Distribution” benutzt, verfasst von den vier Microsoft-Mitarbeitern Peter Biddle, Paul England, Marcus Peinado und Bryan Willmann. Das Thema war der Einfluss auf die Entwicklung effektiver Techniken zur digitalen Rechteverwaltung. Insgesamt kann man sagen, dass der Begriff Darknet eher ein Konzept beschreibt als ein konkretes Portal: Die Anonymisierung von Benutzerdaten und das Verschleiern des Nutzerverhaltens ist der schlussendliche Zweck.

Zutritt zum Darknet – der Tor-Client

Eine Möglichkeit, Zugriff auf das Darknet zu erhalten, ist die Verwendung des Tor-Clients. Dieser erlaubt das anonymisierte Surfen durch die Verwendung von verschlüsselten Host- und Client-Servern. Im Endeffekt ermöglicht dies, wie gesagt, eine Form des Internets jenseits aller Regierungskontrolle. Mit einem einfachen Klick auf den Button “New Identity” wird ein neuer Server ausgewählt, der zukünftig alle Anfragen des Benutzers ausführt. Mit diesem Client ist der Zugriff auf spezielle .onion-Domains möglich. Dazu zählen das Hidden Wiki mit Informationen über das Darknet, es können Webseiten und Blogs erstellt sowie das Tor directory besucht werden, welches einen Überblick über andere Dienste im Darknet bietet.

Bitcoins und Silk Road

Der Bitcoin ist die Währung im Darknet. Diese virtuelle Währung kommt völlig ohne die Beteiligung von Banken oder Kontrollorganen aus – auch hier wird das Peer-to-Peer-Netzwerk als Kontrollmechanismus benutzt. Der große Vorteil, neben der (fast) völligen Anonymität, ist die absolute Fälschungssicherheit des Bitcoins: Einen Wert erhält der Bitcoin nur durch die Ware, die als Gegenleistung angeboten wird. Der aktuelle Wert eines Bitcoins liegt bei umgerechnet 4 €.

Natürlich ist dieser anonyme Typ des Internets auch ein Tummelplatz für dubiose Shops aller Art, darunter sogar Waffenhändler. Der Online-Shop “Silk Road” ist der bekannteste aller Anbieter im Darknet: Hier werden Substanzen wie LSD, Kokain, Psychopharmaka und gefälschte Papiere in großem Stil gehandelt, denn gerade solchen Geschäften kommt die Anonymität zugute. Versendet werden diese Artikel in unauffälligen Päckchen, verpackt von Versendern mit Handschuhen – und sind somit unmöglich zu verfolgen. Ein anderes in diesem Zusammenhang bekanntes Versandhaus ist “The Armory“: Vom kleinkalibrigen Revolver bis zum Sturmgewehr findet der Waffennarr alles, was dessen Herz begehrt. Sogar Sprengstoff wie z.B. C4 kann erworben werden.

Am Rande bemerkt: Das Darknet bietet eine deutlich höhere Gefahr, den eigenen Rechner mit Viren, Trojanern oder ähnlichen Schadprogrammen zu infizieren. Die schon mehrfach erwähnte Anonymität, die das Netzwerk bietet, ermöglicht Hackern das Eindringen und Manipulieren von angeschlossenen Rechnern ohne die Gefahr von Konsequenzen. Bei etwaigen, durch diesen Artikel angeregten Streifzügen im Darknet sollten Sie also sehr vorsichtig sein.

Bildquelle: Mike Knell – flickr.com (CC BY-SA 2.0)

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