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Kultur

Origami – Papierkunst aus Fernost

24. August 2012 von Kai Beier in Kultur mit 0 Kommentaren

Origami ist den Meisten ein Begriff – nur bei der genauen Bedeutung des Wortes schütteln Befragte oft unwissend den Kopf. Er besteht aus den zwei japanischen Begriffen “Falten” (ori) und “Papier” (gami).

Der Weg von Fernost nach Westeuropa

Bereits vor der Entstehung von Papier entwickelte sich eine fortgeschrittene Faltkunst: Schon im Jahre 100 v. Chr. wurden in China Stoffe und ähnliche Materialien auf kunstvolle Weise gefaltet. Diese Kunst verbreitete sich im Jahre 610 zuerst nach Japan, wo das Falten aber durch die hohen Papierpreise rituellen Gelegenheiten vorbehalten war. Über Ägypten / Mesopotamien fand Origami den Weg nach Westeuropa.

Speziell der Japaner Akira Yoshizawa hatte einen großen Einfluss auf die Papierfaltkunst: Er entwickelte innovative Falttechniken und durchbrach so alle geltenden Konventionen. Mithilfe seiner einfachen Zeichnungen war es möglich, allgemein verständliche Faltanleitungen zu erstellen. Aus diesen Zeichnungen entwickelte sich das heutzutage weltweit benutzte Yoshizawa-Randlett System.

Dabei ist Origami nicht nur eine Kunstform, sondern wird auch industriell und in der Medizin eingesetzt, etwa für Verpackungen oder Gefäßprothesen.

Arten von Origami

Origami ist eine Kunst mit verschiedensten Ausprägungen, welche sich in der Art des Faltens unterscheiden:

  • Klassisches Origami: Papierfaltung meist ohne Schnitte, kein Klebstoff
  • Modulares Origami / Multipiece Origami: Zusammenfügung mehrerer Teile
  • Boxpleating: Falten von horizontalen / vertikalen Linien; ermöglicht freie Lagen
  • Iso Area: von allen Seiten gleiches Aussehen
  • Pureland: Berg- und Talfalten
  • Tesselations / Mosaik: Flache Faltbilder
  • u.v.m.
Origami

Mittels Origami können alle Arten von Figuren geschaffen werden

Papierarten für Origami

Generell kann fast jedes Papier zum Falten von Origami genutzt werden, solange es das Knicken aushält. In Japan wird spezielles Origami-Papier verkauft, welches meist auf einer Seite gefärbt und auf der anderen weiß ist. Es hat ein geringeres Gewicht als normales Kopierpapier und ist unter dem Namen “Washi” bekannt. Dieses wird beispielsweise aus Bambus, Reis oder ähnlichen Rohstoffen hergestellt. Einer besonderen Art Papier bedient sich das sogenannte Geldschein-Origami. Für dieses werden verschiedenste Papierwährungen verwendet, um die entsprechenden Kunstwerke zu erzeugen. Speziell diese bieten sich, natürlich für Laien in vereinfachter Form, auch für Geldgeschenke zu besonderen Gelegenheiten an.

Origami in Deutschland

Auch in Deutschland gibt es viele origamibegeisterte Menschen. Dies hat zur Gründung des “Origami-Vereins Deutschland” geführt. Hier treffen sich Interessierte zu Events, Tagungen und anderen Veranstaltungen. Die Vereins-Internetpräsenz bietet viele interessante Einblicke sowie Faltanleitungen. Auch eine regelmäßig erscheinende Vereinszeitschrift, “der Falter“, gehört zum Programm. Auf der Website wird ebenfalls über relevante Literatur sowie Ausstellungen berichtet.

Die Gründung geht auf das Jahr 1989 zurück. Es folgten regelmäßige Treffen in Freising. Ein ständiger Austausch mit Origami-Vereinen anderer Länder sorgte für ein stetiges Wachstum, was zur heutzutage stattlichen Zahl von 600 Mitgliedern geführt hat. Wenn Sie sich nun, vielleicht auch nach anfänglicher Skepsis für dieses Thema interessieren, können Sie sich beispielsweise auf der Seite des Deutschen Origami-Vereins weiter informieren.

Bildquelle: Wikimedia Commons – Lizenz: gemeinfrei – Urheber: Latiche

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