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Second Life – das “zweite Leben” im Detail

2. August 2012 von Kai Beier in Games mit 1 Kommentar

Für viele ist die virtuelle Welt schon zum vollwertigen Ersatz für die reale Welt geworden. Online-Rollenspiele, die auf der Interaktion von verschiedensten Personen beruhen, sind momentan der Renner. Allen voran natürlich das von Blizzard entwickelte World of Warcraft, welches einen Quartalsumsatz von 148 Millionen Dollar generiert.

Second Life – virtuelle Fantasiewelt

Aber auch andere Online-Spiele tummeln sich auf dem heiß umkämpften Markt und ermöglichen dem Benutzer, in vielfältige Fantasiewelten einzutauchen und dem Alltag zu entfliehen. Im Spiel “Second Life” (www.secondlife.com) sind rund um die Uhr 35.000 bis 60.000 Nutzer auf Entdeckungstour in der virtuellen Welt. Doch was macht die Faszination von Online-Spielen wie Second Life aus?

Second Life

Das zweite “Ich” in der virtuellen Welt von Second Life

Entstehung und Account-Typen von Second Life

Im Jahre 1999 fiel der Startschuss für die Entwicklung des Programms, welches auch heutzutage durch Updates und neuen Content ständig erweitert wird. Am 24. Juni 2003 fiel der offizielle Startschuss für das Online-Projekt. Die Finanzierung von Second Life wird über verschiedene Account-Typen realisiert:

Basis Account

Die Basis-Version von Second Life ist kostenfrei. Spieler bzw. Einwohner von Second Life können Siedlungen / private Regionen besitzen, überall mieten und Vertragsvereinbarungen eingehen. Spielern steht außer den in FAQ vorhandenen Fragen kein Support und kein Live-Chat zur Verfügung.

Premium Account

Die Premium-Version von Second Life kostet monatlich 9,95 $, vierteljährlich 22,50 $ oder jährlich 72 $. Spieler können Land auf dem “Mainland” besitzen und Supportanfragen stellen bzw. den Live-Chat nutzen.

Concierge Account

Qualifikation: Siedlungsbesitz / Zahlung für mehr als eine halbe Regionsgröße an Mainland-Parzellen. Spielern steht ein spezieller Live-Chat und eine Telefonnummer zur Verfügung.

Im Jahre 2006 verzeichnete Second Life schon eine Million Mitglieder weltweit, nach nur zwei Monaten verdoppelte sich diese Zahl. Im Januar 2011 schließlich wurde eine Gesamtzahl von 27,8 Millionen “Einwohnern” verzeichnet – bedingt durch die mehrfache Anmeldung vieler Nutzer mit Alternativaccounts.

Die Faszination von Second Life

Schon die Begrüßung “Willkommen zu deinem zweiten Leben in Second Life” zeigt dem Benutzer, was ihn erwartet: Ein Neuanfang. Hier kann all das ausprobiert werden, was im echten Leben entweder undenkbar oder einfach unmöglich ist. Es gibt kein eigentliches Spielziel, genauso wenig wie die aus anderen MMORPGs bekannten Klassen. Es steht die Verwirklichung von Träumen im Vordergrund. Was Second Life so einzigartig macht, ist die Konzentration auf folgende Punkte:

  • Kreativität der Benutzer
  • Anpassung und Modifikation des Avatars (der Spielfigur)
  • Interaktion zwischen den Spielern / Einwohnern

Speziell von Usern erstellte Inhalte sorgen in Second Life für Abwechslung und spülen dem Ersteller durch Transaktionen mit dem sogenannten “Linden Dollar” Geld in die virtuelle und auch die echte Kasse. Viele Unternehmen beschränken sich mittlerweile nicht mehr nur auf die PR-Arbeit in Second Life: Es sind Fälle von Menschen bekannt, die ihre Arbeit aufgegeben haben, um in Second Life ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Die Zukunft von Second Life

Der Gründer von Linden Labs, Philip Rosedale, gab in einem Interview mit der Pando Daily bekannt, dass “Second Life nicht gescheitert” sei. Das Jahreshandelsvolumen virtueller Güter in Second Life beträgt 700 Millionen Dollar, man schaffe es aber nicht, diese Zahl zu vergrößern. Es wird spekuliert, dass die Veröffentlichung von Second Life zur damaligen Zeit verfrüht stattgefunden hat – der Markt sei einfach noch nicht bereit gewesen. Rosedale betonte aber, dass er stolz darauf sei, mit dieser innovativen Idee der erste am Markt gewesen zu sein.

Ende 2007 zeichnete sich schon ein Niedergang von Second Life ab, der sich bis heute fortsetzt. Die Login-Zahlen von Anfang 2011 sprechen eine deutliche Sprache: 1 Million Nutzer loggten sich monatlich im Schnitt ein – Facebook lag zu derselben Zeit bei ca. 500 Millionen Logins*. Dabei muss allerdings bedacht werden, dass sich die beiden Netzwerke in ihrer Zielgruppen-Ausrichtung auch grundlegend unterscheiden.

Es bleibt abzuwarten, wie die weitere Entwicklung von Second Life verläuft. Sollte sich der derzeitige Trend aber fortsetzen, werden viele zu ihrem “First Life” zurückkehren – gewollt oder ungewollt.

Bildquelle: rafeejewell – flickr.com (CC BY-ND 2.0)

[*] Quelle: http://www.slate.com/articles/business/moneybox/2011/11/why_second_life_failed_how_the_milkshake_test_helps_predict_which
_ultra_hyped_technology_will_succeed_and_which_won_t_.html

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