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Wirtschaft und Berufe in Second Life

13. August 2012 von Kai Beier in Games mit 0 Kommentaren

Second Life ist durch und durch kapitalistisch – dies ist ein Fakt. Laut Yochai Bengler, dem Inhaber des Lehrstuhls “Cyber-Recht” an der Universität Yale, ist Second Life “im Kern eine Marktwirtschaft und darauf ausgerichtet, dass Nutzer miteinander Geschäfte machen können“. Ca. 14.000 Unternehmer haben das MMORPG für sich entdeckt und sorgen für einen Geldumlauf von mittlerweile 360 Millionen US-Dollar. Dabei haben viele ihren Beruf oder ihre Ausbildung nicht aufgegeben, sie verdienen sich ein Zubrot – welches in manchen Fällen recht üppig ausfällt.

Berufsarten in Second Life

Genau wie im richtigen Leben ist es in Second Life auf viele verschiedene Arten möglich, einen Beruf auszuüben. Besonders die Bereiche Design, Management und Programmierung sind stark vertreten; generell sind der Kreativität in Second Life aber keine Grenzen gesetzt. Eine kurze Übersicht der Berufsbilder finden Sie hier:

  • Second Life Animator
  • Second Life Sicherheit
  • Second Life Builder and Modeller
  • Second Life Texturer
  • Second Life Tänzer
  • Second Life DJ
  • Second Life Eventveranstalter
  • Second Life Fashion Designer
  • Second Life Linden Dollar Broker
  • Second Life Model
  • Second Life Real Estate Agent
  • Second Life Scripter
  • Second Life Shop Attendant
DJ in Second Life

In Second Life kann man beispielsweise eine Karriere als DJ starten

Der Linden Dollar

Linden Labs hat für Second Life eine eigene Währung eingeführt, den sogenannten Linden Dollar (L$). Diese Währung lässt sich über verschiedene Anbieter in Echtwährungen umtauschen, 1 Euro entspricht etwa 280 L$(*). Bei derartigen Tauschaktionen müssen aber je nach Anbieter noch Gebühren miteinberechnet werden. Innerhalb des Spiels werden mit dem L$ andere Spieler für durch sie erbrachte Dienstleistungen bezahlt.

Ein großer Teilbereich ist der Handel mit virtuellem Land: Ursprünglich ist Linden Labs der Inhaber jedes virtuellen Landabschnitts, was für einen kontinuierlichen Zufluss an Einnahmen sorgt. Der Weiterverkauf von Landabschnitten aber wird unter den Spielern abgewickelt und hat so zur Entstehung des sogenannten “Virtual Real Estate”-Markts geführt.

Das “Camping” ist eine weitere Art, in Second Life zu Geld zu kommen. Hier werden Nutzer von Landinhabern bezahlt, wenn sie an bestimmten Orten eine Handlung (z.B. Tanzen) durchführen oder sich einfach dort aufhalten. Linden Labs ist bestrebt, dem Missbrauch in diesem Bereich vorzubeugen und das ständige Aufhalten an einem bestimmten Ort zu unterbinden. Ein kleiner wöchentlicher oder einmaliger Obolus wird ebenfalls an Benutzer mit bestimmten Accounttypen vergeben.

Virtuelle Firmenpräsenzen

Namhafte Institute, wie etwa die TÜV Nord-Gruppe oder EnBW, ein deutsches Energieunternehmen, haben schon länger das große Potenzial von Second Life entdeckt und entsprechende Präsenzen im Spiel erstellt. Diese Art der Werbung ist mit viel geringerem Aufwand verbunden als etwa die Präsenz auf einer Messe und erlaubt ein viel größeres Maß an Kreativität bei der Produkt- oder Firmenpräsentation. An diesen Beispielen ist gut sichtbar, wie groß die Bedeutung des World Wide Web für die Wirtschaft heutzutage ist.

Ein Online-Spiel mit einer derart ausgereiften Wirtschaft und einer Vielzahl von Interaktionsmöglichkeiten ist bis jetzt einzigartig. Die Möglichkeit, innerhalb einer virtuellen Welt der täglichen Arbeit nachzugehen, wäre vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen. Die Frage, was den User in diesem Zusammenhang noch erwartet, bleibt spannend.

(*) Quelle: http://www.moneyslex.com/exchange_rates.php

Bildquelle: rafeejewell – flickr.com (CC BY-ND 2.0)

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