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Finanzen

Griechenland und das liebe Geld

9. Oktober 2012 von Kai Beier in Finanzen, Politik mit 0 Kommentaren

Seit Jahren sorgen die Griechen immer wieder für negative Schlagzeilen. Dem Land droht alle drei bis sechs Monate die Staatspleite, sogenannte Rettungsschirme und finanzielle Hilfspakete wurden bereits beschlossen, welche den Griechen half, die Pleite abzuwenden Doch immer wenige Monate nach den Zahlungen kommen wieder Hiobsbotschaften aus Griechenland: man könne die Raten nicht zahlen, die Verschuldung ist weiter angestiegen und man benötigt wieder mehr Geld. Ein Fass ohne Boden?

Wachsender Druck

Der Euro – die Währung vieler Länder Europas – gerät immer mehr unter Druck, die Wirtschaft beginnt zu zerbrechen und die Inflation steigt immer mehr. Doch weshalb kam es überhaupt so weit, dass die Griechen der Grund sein könnten, dass beinahe ganz Europa im finanziellen Chaos endet? Nicht nur, dass die Bilanzen zum Euro Eintritt gefälscht wurden, die Griechen lebten seit Jahren über ihre Verhältnisse. Ein riesiger Beamten-Apparat wie auch unzählige Steuererleichterungen sind der Grund dafür, dass die Einnahmen, welche sehr wohl vorhanden sind, nicht die Ausgaben decken können. Bereits im Jahr 2011 betrug die Schuldenlast der Griechen 350 Milliarden Euro. Das entspricht umgerechnet 165 Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts.

Eines ist fix: aus eigener Kraft werden es die Griechen nicht schaffen. 240 Milliarden Euro wurde bereits nach Griechenland überwiesen, wobei im Europäischen Vertrag deutlich vermerkt wurde, dass kein Land einem anderen Land in der EU finanziell helfen darf. Doch diese Klausel wurde übergangen, sodass die Griechen keine Staatspleite erleiden müssen. Wobei die Rettungspakete (zuerst wurden 110 Milliarden an Griechenland überwiesen, danach 130 Milliarden Euro) bislang nicht geholfen haben. Kritiker sind der Meinung, dass die Staatspleite nur verzögert, aber nicht abgewendet wurde. Ebenfalls sind viele Experten der Ansicht, dass ein Austritt Griechenlands aus der EU und die Einführung der Drachme die bessere Lösung wären.

Die Wiege der Demokratie in Not

Stimmung innerhalb Griechenlands

Natürlich ist die Situation Griechenlands der Nährboden für Populisten geworden. So machen sich viele konservative Parteien und populistische Politiker das Leid der Griechen zunutze, denn in Wahrheit wurden Steuerpakete geschürt, wobei im Endeffekt nicht der “Große” die Rechnung zahlen muss (der auch dafür verantwortlich war, dass die Griechen kurz vor der Staatspleite stehen), sondern der “Kleine”, der im Endeffekt zum Handkuss kommt. Auch in Griechenland selbst wächst der Boden für radikale Parteien, welche mitunter bereits auch in den obersten Gremien vertreten sind und ihre kritische und EU-feindliche Haltung der Welt bekannt geben.

Eine weitere Ursache weshalb die Griechen zahlungsunfähig sind ist mitunter auch die fehlende Kontrolle der Europäischen Union sowie die Wirtschaftsschwäche und auch die griechische Mentalität. Auch wenn die Länder der Europäischen Union mit verschiedenen Mitteln versuchen den Griechen zu helfen, so wird man das Gefühl nicht los, dass alle Gelder, die nach Griechenland überwiesen werden, in Wahrheit verloren sind. Dabei werden die Griechen nicht müde zu beteuern, dass diese (eines Tages) zurückgezahlt werden.

Man wird sehen, was die Zukunft bringt, wobei wenn auch der Tourismus zurückgeht, wird das Land in wenigen Monaten tatsächlich pleite sein. Wenn die Griechen pleite werden, dann wird die Reaktion der EU maßgeblich für weitere derartige Fälle sein – dies wäre die erste Zerreißprobe seit ihrer Gründung.

Bildquelle: Alun Salt – Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)

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